Ein Nahtoderlebnis zeichnet sich durch besondere Merkmale aus. Dazu gehören die außerkörperliche Erfahrung, der Tunnel, die paradiesischen Regionen sowie Begegnungen mit Verstorbenen oder Lichtwesen. Manchmal kommt es zu einem Lebensrückblick. In einigen Fällen berichten die Menschen über eine Erfahrung der Einheit mit dem Licht. Am Schluss werden die Menschen wieder zurückgeschickt.

Eine typische Nahtoderfahrung könnte zum Beispiel so aussehen: Ein Mensch hat den Eindruck, seinen Körper zu verlassen und die Szene der Reanimation oder des Unfalls von außen zu sehen. Danach bewegt er sich vielleicht durch einen Tunnel auf ein Licht zu, das sehr verlockend erscheint und ihn anzieht. Er gelangt in eine lichterfüllte Welt, wo er tiefen Frieden und vollkommene Geborgenheit findet und sich sehr glücklich fühlt. Er begegnet einem Lichtwesen, das ihm Szenen seines bisherigen Lebens zeigt. Er ist bestürzt über Kränkungen, die er anderen zugefügt hat und freut sich über Szenen, in denen er freundlich war. Schließlich wird er wieder zurückgeschickt mit der Bemerkung: „Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Du hast noch eine Aufgabe zu erledigen.“

Manchmal wird gefragt, ob man durch Nahtoderfahrungen einen Einblick in das erhält, was nach dem Tod mit dem Menschen passiert. In dieser Hinsicht finde ich den Hinweis auf die Grenze wichtig, auf die Betroffene in einer Nahtoderfahrung stoßen. Oft ist sie in symbolischer Gestalt gegenwärtig: als Fluss, über den man nicht hinüber kann, als Tor, das den Eingang verschließt, als Zaun, der am Weitergehen hindert. Die Person weiß dann, dass sie nicht weitergehen kann. Die Grenze macht deutlich, dass Nahtoderfahrungen keine „Todeserfahrungen“ sind, sondern buchstäblich „Grenzerfahrungen“ darstellen.

Nahtoderfahrungen können deshalb kein objektives Wissen über das Jenseits vermitteln. Die betroffenen Menschen sind aber überzeugt, dass ihr Erlebnis ihnen eine „Ahnung“ von einem Zustand der Vollkommenheit geschenkt hat, der nach dem Tod warten könnte. Es gibt Berichte, in denen dieses Verständnis ausdrücklich zur Sprache kommt. Einer Frau wird, als sie begeistert ausruft, wie schön es im Himmel sei, erklärt: „Das ist nicht der wahre Himmel. Das ist eine Gestaltung, die wir zu deinem Wohl und deinem Nutzen geschaffen haben.“ Folgt man dieser und ähnlichen Aussagen, dann ist die jenseitige Wirklichkeit, in der die Menschen sich wiederfinden, ein „Erlebnisraum“, der es den Betroffenen ermöglicht, in ihrem jeweiligen Denk- und Vorstellungsrahmen eine andere, „jenseitige“ Wirklichkeit kennenzulernen.

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